Richtig marinieren: So geht's

RICHTIG MARINIEREN: SO GEHT'S


By: Daniela S. on Apr 05, 2022

Mit Grillmarinaden verleihst du deinem Grillgut nicht nur einen einzigartigen Geschmack, sondern kannst auch die Konsistenz deines Grillguts verfeinern. Die Auswahlmöglichkeiten für Marinaden sind nahezu grenzenlos. Wir stellen dir heute einige vor und geben Tipps welche Marinade wozu passt.


Welche Arten von Marinaden gibt es?

1) Ölmarinaden

Die Grundlage für eine gute Ölmarinade ist ein hochwertiges Öl mit hohem Rauchpunkt. Geeignet sind beispielsweise Raps-, Sonnenblumen-, Sesam- oder raffiniertes Olivenöl.

Marinaden aus Öl lassen sich gut mit Gewürzen wie Pfeffer, Senfkörner, Curry, Paprika oder für etwas Schärfe mit Chili mischen. Ebenso eignen sich Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Bärlauch oder Dill oder frische Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch oder Ingwer.

Wer Kalorien sparen möchte, kann auch einen Teil Öl durch Wasser ersetzen.


2) Süße Marinaden

Der Vorteil von süßen Marinaden ist, dass der enthaltene Zucker beim Grillen karamellisiert und so eine leckere Kruste auf eurem Grillgut bildet.

Für süße Marinaden eignen sich sowohl Honig, Zucker & Agavendicksaft als auch fruchtige Komponenten wie Apfelsaft oder Fruchtstückchen wie Mango, Papaya, Ananas etc.

Süße Marinaden sollten nicht bei zu hoher Hitze gegrillt werden, da sie durch die hohen Temperaturen verbrennen können.


3) Saure Marinaden

Saure Marinaden aus Essig, Zitronensaft oder Orangensaft verleihen nicht nur ein tolles Aroma, sondern machen dein Fleisch zarter. In der indischen Küche werden auch oftmals Joghurt oder saure Sahne zusammen mit zahlreichen Gewürzen verwendet.


4) Trockenmarinade

Rubs bestehen aus trockenen Zutaten wie Kräutern und Gewürzen. Diese werden ins Fleisch einmassiert und verleihen ihm eine würzige Note.


Salz - ja oder nein?

Bei Salz scheiden sich die Geister - manche sind komplett gegen Salz in der Marinade, da es dem Grillgut die Feuchtigkeit entzieht; andere sind der Meinung, dass es unbedingt in eine Marinade gehört. Hier solte jeder einfach das machen was ihm selbst am besten gefällt. Bei Grillgut, welchem man Feuchtigkeit entziehen möchte, wie z.B. Zucchini oder Tofu, macht es auf jeden Fall Sinn Salz in die Marinade zu geben.


Welche Marinade passt zu welchem Grillgut?

Marinaden für Rindfleisch

Bei Steaks sollte man mit Marinaden lediglich den natürlichen Fleischgeschmack unterstreichen. Daher eignen sich dafür besonders gut Marinaden mit Öl, Pfeffer und Kräutern.

MARINADE FÜR GEFLÜGEL


Bei Geflügel darf man gerne zu kräftigen Marinaden greifen. Für Hähnchenbrust eignet sich beispielsweise eine asiatische Marinade aus Sojasoße, Öl, Limette, Ingwer und Chili; wohingegen Hähnchenkeulen für einen schönen Glanz z.B. mit einer süßen Marinade aus Honig bestrichen werden können. 

Marinaden für Schweinefleisch

Ob asiatisch, süß oder klassisch - zu Schwein passt fast jede Marinade. Saure Marinaden haben den Vorteil, dass sie das oft feste Schweinefleisch zarter machen.

Marinaden für Fisch & Meeresfrüchte

Besonders Marinaden aus Zitrusfrüchten passen super zu Fisch. Jedoch muss man darauf achten, dass der Fisch durch die Säure nicht "gart" wie z.B. in dem bekannten Gericht Ceviche. Zitrusmarinaden sollte man daher nur kurz einwirken lassen oder man verwendet alternativ die Schale der Zitrusfrüchte.

Für Meeresfrüchte wie Garnelen eignet sich z.B. ein Öl mit Chili und Knoblauch. Dies verleiht den Meeresfrüchten eine besondere Aromatik. 

Marinaden für Gemüse

In vielen Gemüsesorten stecken fettlösliche Vitamine, daher sind besonders Marinaden auf Ölbasis geeignet. Diese kann man mit mediterranen Kräutern wie Thymian oder Rosmarin verfeinern. Alternativ kann man das Gemüse auch in einer asiatischen Marinade aus Sojasoße und Gewürzen marinieren.

Marinaden für Tofu

Für Tofu empfehlen wir eine Marinade aus Sojasoße, Sesamöl und Apfelessig. Wer mag kann dazu noch etwas Chili, Knoblauch oder Ingwer geben. Vor dem Marinieren sollte man das Wasser aus dem Tofu pressen, dafür am besten mit einem schweren Gegenstand auf das Tofustück drücken.


Wie lange muss mein Grillgut marinieren?

Idealerweise sollte dein Grillgut komplett von der Marinade umschlossen sein. Dafür benutzt du am besten einen Gefrierbeutel oder ein Plastik-,Keramik-, Glas-, oder Edelstahlgefäß. 

WICHTIG: Stelle dein Grillgut zum Marinieren unbedingt in den Kühlschrank. 

Grundsätzlich gilt beim Marinieren: je länger die Marinade einziehen kann, desto intensiver ist der Geschmack. Daher bereitest du die Marinaden am besten einfach schon einen Tag vor dem Grillen vor und lässt die Marinade über Nacht einziehen. Unser Tipp, wenn es doch mal schnell gehen muss: schneidet die Stücke einfach etwas kleiner, dann kann die Marinade schneller durchziehen. 

Generell gilt:
 

15-30 Minuten: kleine Fleischstücke, Fisch & Meeresfrüchte sowie weiches Gemüse

1-3 Stunden: dünnes Fleisch wie Steaks, Schweinekoteletts, Hähnchenbrust, festeres Gemüse

2-6 Stunden: mittelgroße Fleischstücke wie Braten oder ein ganzes Huhn

6-12 Stunden: große Fleischstücke wie Spareribs oder Schweineschulter für Pulled Pork


Was sollte man beim Grillen von mariniertem Grillgut beachten?
 

Bevor du dein Grillgut auf den Grill legst, solltest du die überschüssige Marinade abtupfen. So verhinderst du, dass Flüssigkeit auf die Glut tropft und Asche aufwirbelt. Am besten nimmst du das Grillgut schon eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank, so hat es zum Grillen bereits Raumtemperatur und benötigt auf dem Grill weniger lang. 

Bitte niemals Marinaden 2x verwenden, da sonst Salmonellengefahr besteht!